Kulinarische Kirsche - 11. und 12. Juli 2008

 „Kulinarische Kirsche“ am 11. und 12. Juli 2008
in der Weisenbach Edelbrand-Manufaktur in Kappelrodeck:
„Der Event zur Kirschenernte war voller Erfolg“


Das komplete Programm steht hier zum Download bereit:
Programm “Kulinarische Kirsche" (PDF)



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Viele Tipps zum Kochen und Backen mit Kirschen und Kirschwasser

Rund um die Kirsche ging es am 11. und 12. Juli bei dem Event „Kulinarische Kirsche“ in der Weisenbach Edelbrand-Manufaktur in Kappelrodeck. Die Geschäftsführer der Traditionsbrennerei, Ernst Rentschler und Bärbel Sättler, hatten dazu eingeladen, hinter die Kulissen der Kirschen und des berühmten Schwarzwälder Kirschwassers zu schauen. “Wir möchten erlebbar und erfahrbar machen, warum Kirschen so wichtig im Schwarzwald sind und was aus Kirschen, Kirschwasser und Kirschlikör alles entstehen kann“, so die Geschwister, die in der dritten Generation die Weisenbach Edelbrand-Manufaktur führen.

70 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter Baden-Württembergs Finanzminister Willi Stächele mit Frau, Kappelrodecks Bürgermeister Klaus-Peter Mungenast mit Frau, LBS Vorstandvorsitzender Heinz Panter, REWE Bezirksleiter Richard Wagner und REWE Marktmanager Marco Wagner mit Begleitung sowie Kappelrodeck-Genussfan Tony Marshall mit Begleitung.

„Kulinarische Kirsche“ fand pünktlich zur Kirschenernte auf dem großen Gelände der Weisenbach Edelbrand-Manufaktur statt, zu der auch ein Kirschgarten gehört. Überall standen Körbchen mit Kirschen, die gerne probiert wurden. Dazu gab es als Auftakt einen Kirschaperitif aus Kirschlikör und Apfelsecco und viele kleine Häppchen von Gänseleber-Kirschkonfekt über Kirsch-Schinkenhörnchen bis zu Frischkäse mit Kirschgelee und Kirschwasser-Quiche.

Es folgte eine informative Führung durch die Brennerei. „Kirschen sind in unserer Region Kultur und Lebensart zugleich“, so Ernst Rentschler. „Die Bäume, die das Obst liefern, müssen gepflegt werden. Die Bauern, die Kirschbäume anbauen, erhalten somit auch die Schönheit der Landschaft.“ Rentschler betonte, dass der Landschaftsschutz eine zentrale Bedeutung für die Region habe und ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor, z. B. für den Tourismus der Region, sei. „Der Genuss eines Gläschens Kirschwasser bedeutet auch, die Region in ihrer Schönheit zu bewahren“, so die Philosophie von Ernst Rentschler und Bärbel Sättler.

Doch was wäre ein Event ohne kulinarische Genüsse? Dafür zeichnete Marius Max Fallert, Juniorchef des Restaurants „Talmühle“, Sasbachwalden, und Mitglied der „Jeunes Restaurateurs d’Europe“ verantwortlich und servierte in mehreren Gängen ein Menü rund um Kirschen und Kirsch. Einer Kirschenkaltschale folgte eine Vorspeisenvariation mit Gefügelleberparfait, Räucherforelle, Rehfilet und Rahmkäse, alles begleitet von Kirschen in verschiedensten Texturen und Geschmackserlebnissen. Ob Kirschchutney, Kirschconfit oder Kirschperlen – die Gäste staunten über die Vielzahl der Zubereitungsmöglichkeiten.

Nach einem Kirschsorbet – natürlich akzentuiert mit Weisenbach Kirschwasser – wartete der Höhepunkt des Abends. Das Rinderrückensteak unter der Kräuterkruste mit traditionellen Beilagen wurde zum „sensationellen Geschmackserlebnis“ – so ein Gast – durch die fein abgeschmeckte Kirsch-Rotweinsauce und die Rotweinkirschen.

Marius Max Fallert stand den Gästen Rede und Antwort mit Tipps und Tricks aus seiner Küche. „Ich benutze meist große knackige Herzkirschen für meine Gerichte, ab und zu Sauerkirschen für Desserts, denn diese haben einen etwas pikanteren Geschmack. Aber Achtung: Bei Sauerkirschen benötigen Sie etwas mehr Zucker“, so der „Jeune Restaurateur“. Kirschen verliehen, so Marius Max Fallert weiter, den Gerichten eine leichte Fruchtnote. Gut passten sie zu Schwarzwälder Schinken und Räucherfischen. „Aber beachten Sie, dass der Alkohol beim Kochen verschwindet und damit ein wenig vom Aroma. Daher mein Tipp: Wenn das Gericht fertig ist, noch ein Schüsschen Kirschwasser zufügen.“ Er wies zudem darauf hin, dass nur exzellente Produkte zur Verarbeitung kommen sollten. „Frische und Geschmack ist das Gebot der Stunde“, so Fallert.

„Dies gilt auch für die Produktion von Kirschwasser und Kirschlikören“, ergänzte Ernst Rentschler, denn nur, wenn Qualität für die Produktion eingekauft werde, komme auch Qualität für den Verbraucher heraus.

Klasse bewies Marius Max Fallert zum Abschluss des Abends mit seinen süßen Verführungen. Ein Parfait mit Kirschen und Schokolade auf Biskuit, dazu Schokoladensorbet und Kirschen im süßen Fond wurden serviert. Zu später Stunde folgen Kirschen im Schokoladenmantel und Silke Rinners* Kirschplotzer. Dazu gab es Tipps aus der Gourmetküche. „Bei Desserts darf Kirschwasser nicht fehlen. Aber Vorsicht bei Parfaits. Zuviel des Geistvollen kann dazu führen, dass Ihr Parfait nicht fest wird“, riet Marius Max Fallert. Ideal lasse sich darüber hinaus Schokolade zu Kirschen ergänzen.

Eine ganz besondere Verbindung – sowohl bei herzhaften wie süßen Verführungen – sei außerdem die Kombination von Kirschwasser mit Rotwein. „Unsere in Rotwein eingelegten Kirschen ebenso wie der süße Kirschenfond werden durch einen Schuss Kirschwasser zum aromatischen Hochgenuss“, empfahl Fallert den fasziniert lauschenden Hobbyköchinnen und -köchen.

Den Rotwein für die „kulinarischen“ Gerichte in Form der Selektion „Alte Rebe“ hatte der Winzerkeller Hex vom Dasenstein, Kappelrodeck, geliefert. Marius Max Fallert: „Das Aroma dieses dunklen samtigen Roten mit den leichten Blaureflexen passt besonders gut zur Fruchtigkeit der Kirschen.“

Minister Willi Stächele gratulierte Ernst REntschler und Bärbel Sättler zum gelungenen Event. Er hob den unternehmerischen Mut typisch mittelständischer Firmen wie der Weisenbach Edelbrand-Manufaktur und des Restaurants Talmühle hervor und betonte: „Die Badener können stolz sein über das Kulturgut ihres Landes.“ Es sei schön zu sehen, dass zwei traditionsreiche Firmen bereits in dritter Generation die wichtigen Kulturgüter wie Essen und Trinken pflegten und weiter entwickelten. „Dieses Erbe sollten wir schätzen und bewahren“, so Stächele weiter.

Sänger Tony Marshall, bisher schon ein enger Freund Kappelrodecks und häufiger Gast im Winzerkeller Hex vom Dasenstein, war sicher, nun eine „neue Freundin“ in dem Rotweindorf gefunden zu haben, die Weisenbach Edelbrand-Manufaktur. „Ich komme sicher wieder“, versprach er.

Das Fest erlebte eine weiteren Höhepunkt, als Punkt Mitternacht auf den Geburtstag von Heidrun Rentschler, Ehefrau von Geschäftsführer Ernst Rentschler, angestoßen wurde. Das "Happy Birthday" von Tony Marshall war für alle eine schöne Überraschung.

* Silke Rinner ist die Patissière im Restaurant Talmühle in Sasbachwalden und hat dieses Rezept für den Kirschplotzer entwickelt



Fotos: Astrid Bujara-Bruder, Berthold Gallinat, Peter Jülg